Aktuelles | Vorträge

 

Die Vortragssaison 2017/18 ist beendet. Wir freuen uns über das zahlreiche Interesse an den Veranstaltungen und laden herzlich ein zur Vortragssaison 2018/19 ab Herbst.

 

Doch bereits im Juni und Juli sowie im November 2018 wird der Mindener Geschichtsverein zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern eine Vortragsreihe unter dem Titel "Ahnenstätten, völkische Bewegung und extreme Rechte anbieten.

 

Alle Veranstaltungen finden im Alten Amtsgericht Petershagen, Mindener Straße 16, 32469 Petershagen statt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

 

Mittwoch, 27. Juni 2018, 19.30 Uhr: Altes Amtsgericht, Mindener Straße 16, Petershagen.

Prof. Dr. Joachim Wolschke-Bulmahn, Hannover: Ahnenstätten – Anmerkungen zu einer besonderen Art von Friedhöfen im norddeutschen Raum

 

Im Vortrag werden die drei Ahnenstätten – Seelenfeld, Hude/Hilligenloh und Conneforde – vorgestellt. Am Beispiel dieser Friedhöfe wird diskutiert, wie spezifische Vorstellungen über Natur und Nation, die im späten 18. und 19. Jahrhundert unter bestimmten gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen entwickelt wurden, im frühen 20. Jahrhundert unter veränderten Rahmenbedingungen

in Konzeptionen einer naturnahen Landschaftsgestaltung umgesetzt wurden. Der Referent erörtert das Entstehen spezifischer Vorstellungen über den Zusammenhang zwischen Natur und ‚Germanentum‘, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts entstanden und die sich in landschaftsgestalterischen Maßnahmen des frühen 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Der Vortrag betrachtet die ideologische Dimension der Ahnenstätten und diskutiert die wichtigsten Charakteristika der Anlagen in Bezug auf ihre Gestaltung. Abschließen werden den Beitrag Anmerkungen zur aktuellen Situation.

 

 

 

Mittwoch, 4. Juli 2018, 19.30 Uhr

Prof. Dr. Uwe Puschner, Berlin: Die völkische Bewegung in ihrer Epoche (1890 bis 1933)

 

Die völkische Bewegung entstand im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert und erlebte ihre Hochzeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Ende der 1920er Jahre. Die Geschichte der völkischen Bewegung ist die Vorgeschichte des Nationalsozialismus. Das gilt vor allem für die vielgestaltige völkische Weltanschauung, die einerseits das Fundament der nationalsozialistischen Ideologie darstellt und aus der sich andererseits nach 1945 bis in die Gegenwart der Rechtsextremismus speist. Ohne die völkische Bewegung sind weder der Nationalsozialismus noch die heutige extreme Rechte denkbar und verstehbar.

 

 

 

Mittwoch, 7. November 2018, 19.30 Uhr Jan Raabe, Bielefeld und Dr. Karsten Wilke, Herford: Erscheinungsformen der extremen Rechten in Ostwestfalen-Lippe

 

In Ostwestfalen-Lippe existiert seit Jahrzehnten eine aus- differenzierte, aber gut vernetzte extrem rechte Szene. Dazu gehören u.a. militante Neonazis, eine im bürgerlichen Gewande auftretende Holocaust-Leugnung und organisierte Familienzusammenschlüsse, die ihre Kinder im Geiste des Nationalsozialismus erziehen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Erscheinungsformen der extremen Rechten in Ostwestfalen- Lippe und betrachtet hierbei auch die völkisch-rechtsextreme Szene um die „Ahnenstätte Seelenfeld“ in Petershagen. Neben der Darstellung von Organisationen und Szenen geht es auch darum, Politikansätze der extremen Rechten herauszuarbeiten. Hervorzuheben ist hierbei die Agitation gegen Geflüchtete und gegen das Grundrecht auf Asyl, die nicht zuletzt über einen erstarkenden Rechtspopulismus zunehmend Einfluss auf gesellschaftliche Debatten gewinnt.

 

 

 

Vortragsprogramm "Ahnenstätten", völkische Bewegung und extreme Rechte
ahnenstätten flyer web.pdf
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