Aktuelles | Vorträge

 

Vorträge des Mindener Geschichtsvereins in der Saison 2026 / 27

 

Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei. Es wird um eine Spende gebeten.

Bitte beachten Sie, dass zu zwei Vorträgen eine Anmeldung nötig ist.

 

Dienstag, 6. Oktober 2026, 19.30 Uhr

Hansehaus, Papenmarkt 2, Minden

Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer

Niedersachsen – ein unbekannter Nachbar?

 

Vor 80 Jahren, wenige Wochen nach Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen, entstand in unmittelbarer Nachbarschaft das ebenfalls neu zusammengefügte Land Niedersachsen. Ausgehend von der Nachkriegssituation wird die niedersächsische Geschichte in einem historischen Längsschnitt vom Mittelalter bis zur Neuzeit vorgestellt – und die enge Verbindung des Raumes Minden mit ihr.

 

Univ.-Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer hat 40 Jahre an der Leibniz Universität Hannover gewirkt und das Lehrgebiet Regionalgeschichte aufgebaut. Im Vorjahr erschien eine Neufassung seiner kompakten Geschichte Niedersachsens.

 

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Dienstag, 3. November 2026, 18.30 Uhr

LWL-Museum Glashütte Gernheim, Petershagen

Dr. Götz Aly

Lesung: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945

 

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung unter [email protected] oder telefonisch unter 05707 9311-213 nötig.

 

Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust – hier stellt er die zentrale Frage: Wie konnte das geschehen? In einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden?

Die Antwort ist vielschichtig. Die NSDAP versprach den Deutschen Aufstieg und Wohlstand, zugleich hielt man die Menschen in Bewegung, keine Atempause, keine Zeit zum Nachdenken, so ging es Richtung Krieg. Als der Glaube an einen Sieg nachließ, wurde aus der Volksgemeinschaft eine Verbrechensgemeinschaft. Jeder konnte wissen, welche Schuld die Deutschen auf sich luden, die Angst vor dem, was nach einer Niederlage geschehen würde, wurde bewusst geschürt.

Götz Aly schildert in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind.

 

In Kooperation mit: AG Alte Synagoge Petershagen, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Minden, Jüdische Kultusgemeinde Minden, KZ-Dokumentations- und Gedenkstätte Porta Westfalica, LWL-Museum Glashütte Gernheim, Mindener Geschichtsverein, Minden für Demokratie und Vielfalt e.V., VHS Minden

 

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Dienstag, 15. Dezember 2026, 18 Uhr

Aula des Bessel-Gymnasiums, Hahler Str. 134, Minden

Thomas Rey M.A. 

Deportationen nach Riga 1941 und 1942 und das heutige Erinnern daran innerhalb des Riga-Komitees

 

Wieso wurde Riga ab November 1941 bis Ende August 1942 der zentrale Deportationsort für die in Deutschland sowie Österreich und dem besetzten Böhmen und Mähren lebenden Menschen jüdischen Glaubens?

In – wahrscheinlich – 26 Bahntransporten wurden sie während der deutschen Besatzung unter unmenschlichen Bedingungen in die lettische Hauptstadt deportiert, wo sie teils sofort an Ort und Stelle erschossen oder ausgebeutet, gequält und letztlich bis auf wenige Überlebende ermordet bzw. zur endgültigen Ermordung weitertransportiert wurden.

Die heutige Aufgabe des Riga-Komitees ist es, an das in Riga Geschehene zu erinnern: Den Opfern zum Gedenken – uns und den kommenden Generationen zur Mahnung. Neben über 80 weiteren Städten ist auch Minden seit Anfang 2026 Mitglied im Riga-Komitee.

 

Im Anschluss an den Vortrag erläutert Sven Panthöfer den Ablauf der Deportation von Minden nach Riga im Dezember 1941 und Schülerinnen und Schüler des Besselgymnasiums stellen in Zusammenarbeit mit dem AK Stolpersteine Minden eigene Beiträge zum Thema vor.

 

Thomas Rey M. A., Jahrgang 1961, geboren in Witten, Studium der Politikwissenschaft, Deutschen Philologie und Publizistik an der WWU in Münster, seit 1991 im Volksbund, heute Referent für Erinnerungskultur im Hauptstadtbüro in Berlin.

 

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Dienstag, 19. Januar 2027, 19.30 Uhr

Kleines Theater am Weingarten, Königswall 97, Minden

Dr. Sven Spiong

Neues zur Archäologie in Ostwestfalen

 

Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung unter

[email protected] nötig.

 

In seinem Vortrag wird Dr. Sven Spiong, der Leiter der LWL-Archäologie in Bielefeld, über die Grabungen der vergangenen Jahre in Ostwestfalen berichten und spannende Ergebnisse präsentieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Grabungen in Minden, Herford, Rödinghausen, Spenge und Petershagen.

 

Dr. Sven Spiong (geb. 1965), Studium der Ur- und Frühgeschichte, Geschichte und Volkskunde in Göttingen und Freiburg, 1997 Promotion über mittelalterliche Gewandnadeln als Zeichen für menschliche Identität, seit 1997 bei der LWL-Archäologie tätig, seit 2015 Leiter der Außenstelle in Bielefeld (zuständig für Ostwestfalen).

 

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Dienstag, 16. Februar 2027, 19.30 Uhr

Hansehaus, Papenmarkt 2, Minden

Jürgen Sturma

Material – Mode – Modernisierung

Der Einfluss industrieller Fertigung auf die Entwicklung der historischen Trachten des Mindener Landes.

 

Heute wird die Mode von der industriellen Produktion und den Modezentren dominiert. Die historischen bäuerlichen Trachten wurden in diesem Kontext bisher kaum untersucht. Mit der Tracht verbindet sich die Vorstellung von Handarbeit, Hausfleiß, Tradition und Beständigkeit. Museen, Volkskundler und Trachtengruppen entwerfen ihr eigenes Bild, aber eine eingehende Untersuchung der textilen Objekte, ihrer Entwicklung und Herkunft hat bisher nicht stattgefunden. Erste Forschungsansätze von Rudolf Helm und Josef Hanika zu diesem Themenkreis wurden auch in den jüngsten Veröffentlichungen zur historischen Tracht nicht berücksichtigt.  Jürgen Sturma nimmt den Faden auf und untersucht, wie Manufakturwaren und industrielle Produkte auf die Entwicklung der regionalen Trachten im 19. und frühen 20. Jahrhundert gewirkt haben. Es geht auch um die Klärung des Begriffes „Tracht“ und landläufige „Trachtenmythen“, die auf den Prüfstand kommen.

 

Jürgen Sturma, Diplomstudium der Biologie an der TU Braunschweig, bis 2020 wissenschaftlicher Koordinator an der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Stadtheimatpfleger der Stadt Minden seit 2021. Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zu regionalhistorischen und volkskundlichen Themen, insbesondere zu den so genannten Minden-Schaumburger Trachten und den Trachten der Schönhengster Sprachinsel in Mähren.

 

Vortragsprogramm des Mindener Geschichtsvereins 2026/2027
MG-Flyer Vorträge 2026-2027 FINAL_7-2026
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