Aktuelles | Vorträge

 

Der Mindener Geschichtsverein macht auf folgende zwei Veranstaltungen aufmerksam:

Donnerstag, 15. September 2016, 19-21 Uhr: Herder-Gymnasium Minden.

Caroline von Humboldt. Lesung und Geburtstagsfeier zum 250.

Lesung mit Dr. Dagmar von Gersdorff, Berlin

Abendkasse 5 Euro

 

Freitag, 7. Oktober 2016, 18:30 Uhr: LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim, Gernheim 12, 32469 Petershagen.

Das Testament der Clementine Schrader

Vortrag von Dr. Thomas Parent

 

 

Vortragssaison 2016/17

 

Dienstag, 25. Oktober 2016, 19:30 Uhr: Preußen-Museum NRW, Simeonsplatz 12, Minden.

Dr. Volker Rodekamp: 120 Jahre Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica: Zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft eines Monuments

 

Vor 120 Jahren wurde das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica eingeweiht. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant bis 2018 das Denkmal zu sanieren und im Sockel ein Informations- und Dokumentationszentrum einzurichten.

Das Jubiläum und die aktuellen Planungen sollen Anlass sein, auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieses Nationaldenkmals zu blicken. Dr. Volker Rodekamp, ausgewiesener Kenner der Region, wird die Bedeutung des Denkmals nachzeichnen und es auch in einen nationalen Zusammenhang innerhalb der 2008 initiierten „Straße der Monumente“, zu der das Porta-Denkmal gehört, einordnen. Dabei soll untersucht werden, was uns dieses einst zur „patriotischen Erhebung“ gedachte Monument heute noch sagen kann. Zugleich wird zu fragen sein, wie die anstehende Neugestaltung das zukünftige Bild prägen wird.

Dr. Volker Rodekamp, Studium der Volkskunde, Ethnologie und Publizistik sowie Volkswirtschaft in Braunschweig und Münster, Promotion 1980. Er war langjähriger Leiter des Mindener Museums und des Kulturamtes der Stadt Minden. Seit 1996 ist er Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, seit 2012 Geschäftsführer der Stiftung Völkerschlachtdenkmal Leipzig.

 

 

Dienstag, 15. November 2016, 19:30 Uhr: Großer Rathaussaal im Rathaus Minden.

Dr. Hans Nordsiek: Luther und Minden. Der Thesenanschlag und seine Folgen

 

Kannte Luther Minden? Welche Kontakte gab es zwischen Minden und Wittenberg? Und warum fand die neue Lehre Luthers gerade in Minden Akzeptanz? In Minden und Westfalen erfolgte die Durchsetzung der Reformation erst später als in den reformatorischen „Kernlanden“. Dennoch wurden die Geschehnisse um und nach 1517 auch hier sehr aufmerksam wahrgenommen. Geistliche und Bürger verfolgten die neuen Thesen Luthers und ihre Folgen. Die Frage, wie mit der „evangelischen Sache“ umzugehen sei, bewegte Stadt und Land.

Im Mindener Reformationsgeschehen war es Nikolaus Krage, der mit reformatorischen Thesen die Durchsetzung der kirchlichen und weltlichen Neuordnung voranbrachte. Die Orientierung an den Geschehnissen in Wittenberg wurde hier deutlich. Der Vortrag beleuchtet die Beziehungen Mindens zum Reformationsgeschehen nach 1517 bis zur „Mindener Reformation“ 1529/30.

Dr. Hans Nordsiek war bis 1999 langjähriger Leiter des Kommunalarchivs Minden. Er hat zahlreiche Schriften zur Geschichte Mindens und des Mindener Landes veröffentlicht, so auch zur Reformationsgeschichte.

 

 

Dienstag, 6. Dezember 2016, 19.30 Uhr: Aula des Ratsgymnasiums Minden, Königswall 28, Minden.

Dr. Sabine Arend: Die Mindener Kirchenordnung von 1530. Ein wegweisendes Dokument für Reformation und Schule in der Stadt

 

Im Auftrag der evangelischen Bürgerschaft und des Rats verfasste der Prediger Nikolaus Krage die „Christlike Ordeninge der Erlyken Stadt Mynden“, die am 13. Februar 1530 von der Kanzel der Martinikirche verlesen wurde. Die Mindener Kirchenordnung, mit der die Reformation in der Stadt eingeführt wurde, zählt zu den frühesten Texten dieser Art und gilt als älteste in Westfalen.

Die Ordnung gibt nicht nur Auskunft über die vielfältigen Aufgaben der evangelischen Pfarrer und Prediger in der Stadt, sondern entwirft auch Pläne für die Gründung einer Lateinschule.

Der Vortrag stellt die Mindener Kirchenordnung vor und legt dabei einen Schwerpunkt auf das Schulwesen, das nicht nur in Minden eine zentrale Rolle für die Verbreitung der Reformation gespielt hat. Im Vergleich mit anderen westfälischen Kirchenordnungen sollen die Gemeinsamkeiten und individuellen Züge der Mindener Ordnung aufgezeigt werden.

Dr. Sabine Arend, Historikerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Heidelberger Akademie der Wissenschaften beim Editionsprojekt „Die Evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts“. 2015 ist der von ihr bearbeitete erste Band zu Kirchenordnungen in Nordrhein-Westfalen erschienen, der auch die Mindener Kirchenordnung enthält.

 

 

Dienstag, 17. Januar 2017, 19.30 Uhr: Hansehaus, Papenmarkt, Minden.

Dr. Christian Hardinghaus: Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs zuhören und verstehen. Ein Arbeitsbericht des Graphic-Novel-Projektes Großväterland

 

Die Graphic Novel „Großväterland“ lässt die noch lebenden Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges zu Wort kommen und setzt ihre Geschichten in die Sprache des Comics um. Ergänzt durch Sachtexte und Hintergrundinformationen, möchte Großväterland die Berichte ehemaliger Frontsoldaten und die Erlebnisse von Zivilpersonen nachvollziehbar machen.

Der Referent, im Rahmen des Projekts zuständig für Interviews, textliche Bearbeitung und die historischen Hintergrundinformationen, gibt in seinem Vortrag Einblicke in die Entstehung der Graphic Novel Großväterland anhand von Beispielen. Dabei spielt besonders die Herausforderung des angemessenen Umgangs mit Zeitzeugeninterviews eine Rolle und die Frage, welche Rolle der Comic in der Erinnerungskultur spielt.

Der Vortrag gehört zum Rahmenprogramm einer Ausstellung zum Thema Comic und Krieg vom 4.12.2016 – 7.3.2017 im Mindener Museum. Einbezogen sind auch zwei Mindener Zeitzeugenberichte, die als Teil einer Graphic Novel dort zu sehen sein werden. Unmittelbar vor dem Vortrag besteht an diesem Tag bis 19.15 Uhr im Mindener Museum die Möglichkeit, die Sonderausstellung zu besuchen.

Dr. Christian Hardinghaus studierte Geschichte, Literatur- und Medienwissenschaft an der Universität Osnabrück und promovierte im Anschluss im Bereich Propaganda- und Vorurteilsforschung, Schwerpunkt Nationalsozialismus. Er arbeitet als freier Journalist, Lektor, Autor und Wissenschaftler.

 

 

Dienstag, 21. Februar 2017, 19.30 Uhr: Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchengemeinde Hausberge, Kirchsiek 7, Porta Westfalica.

Dr. des. Dominique Schröder: Das Lager schreiben? Tagebuchschreiben in nationalsozialistischen Konzentrationslagern 1939-1945

 

Eine erstaunlich große Anzahl an Personen unterschiedlicher kultureller, politischer, geschlechtsspezifischer und generationeller Zugehörigkeit, die in den von den Nationalsozialisten errichteten Lagern im gesamten besetzten Europa festgehalten wurden, verfasste Tagebücher. Diese Zeugnisse haben teils in Gänze, teils als Fragmente die Kriegszeit überstanden. Auf einzigartige Weise geben ihre Texte Einblicke in die Erfahrungen der Schreiberinnen und Schreiber, die sie in der Extremsituation der Verfolgung und Vernichtung räumlich wie zeitlich unmittelbar artikulierten. Nicht selten gelangten sie dabei an die „Grenzen des Sagbaren“, verstummten angesichts des vermeintlich Unbeschreibbaren aber nicht, sondern fanden neue Sprachmodi, die es ihnen ermöglichten, über das Unaussprechliche ihrer alltäglichen Lagererfahrung zu schreiben. Wie sie dies taten, welche Erfahrungen sie thematisierten und welche Lücken bleiben, soll im Vortrag anhand ihrer Texte präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Dr. des. Dominique Schröder hat an der Universität Bielefeld Deutsch und Geschichte studiert und wurde dort 2015 mit einer Arbeit zu Tagebüchern jüdischer und politischer Häftlinge in nationalsozialistischen Konzentrationslagern promoviert.

 

 

Dienstag, 21. März 2017, 19.30 Uhr: Kleines Theater am Weingarten, Königswall 77, Minden.

 Prof. Dr. Barbara Stambolis: Beheimatung in der Fremde: Kriegs- und Fluchterfahrungen in Lebens- und Familiengeschichten

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren unzählige Menschen unterwegs: auf der Flucht, auf der Suche nach Angehörigen, einer Bleibe. Zahlreiche Angehörige der Kriegskindergeneration des Zweiten Weltkriegs, die auf ein erfolgreiches Leben als „Aufbaugeneration“ nach 1945 zurückblicken können, treten im Alter noch einmal eine Reise in die Vergangenheit an: Sie trauern über den Verlust von Angehörigen oder eine Kindheit ohne seelische Geborgenheit.

Auch manche Kinder und sogar Enkel der Kriegskinder von einst gehen davon aus, dass die Erfahrungen ihrer Eltern bzw. Großeltern „Schatten“ oder Erbschaften hinterlassen haben, die sich über mehrere Generationen gleichsam wie Geheimspuren durch die Familiengeschichten ziehen. Eine besondere Brisanz erhält die Thematik durch aktuelle Ereignisse und Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Frage nach langfristigen Folgen belastender Kriegserfahrungen.

Prof. Dr. Barbara Stambolis, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Paderborn; Forschungsschwerpunkte: Studien zu Jugend- und Generationengeschichte im 20. Jahrhundert.

 

 

Vortragsreihe 2016/17
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